Interpret, Titel: VENOM - Into Oblivion
Medium: CD
Stil: Black/Thrash/Heavy Metal
Erschienen: 01.05.2026
Label: BMG (Vertrieb: Universal Music)
Link: www.venomslegions.com/  
Bewertung:
7,5 von 10

Kleine Geschichtsstunde: VEMOM wurde bereits 1979 in Newcastle gegründet. Die ersten Alben 'Welcome To Hell' (1981) und vor allem 'Black Metal' (1982) waren prägend auf die damals noch nicht existenten Genres Thrash Metal und den Extreme Metal im Allgemeinen. Selbst die dritte - damals schwer kritisierte - (Konzept)-Platte 'At War With Satan' gilt inzwischen als Klassiker. Das zweite Album war so einflussreich, dass sein Titel als Name für das Subgenre Black Metal verwendet wurde. Von Acts wie Metallica, Slayer, Kreator, Celtic Frost und Sodom oft als wichtige Einflüsse genannt, zählen sie zu den meistverehrten Bands ihrer Generation. Die genannten Klassiker wurde vom legendären Line-Up Conrad "Cronos" Lant (Gesang, Bass), Jeffrey "Mantas" Dunn (Gitarre) und Anthony "Abaddon" Bray (Drums) eingeprügelt. Die-Hard-Fans verehren diese Besetzung wie die das kultige Motörhead-Line-Up mit Lemmy, Eddie & Philty.

Nach dem schwachbürstigen Vorgänger 'Storm The Gates' von 2018 haben Cronos, Gitarrist Rage (seit 2007 dabei) und Trommler Dante (2009) nun die Kurve gekriegt. Es wird gebollert, geprügelt und gerumpelt fast wie zu den erwähnten Anfangstagen, nur mit zeitgemäßem Sound und besseren instrumentalen Fähigkeiten. Alle Songs sind sehr heavy, extrem, düster und dennoch relativ eingängig, bzw. Live-tauglich, sprich das Trio vereint gekonnt den traditionellen Heavy Metal der 1980er-Dekakde mit Thrash- und Black Metal-Elementen und fährt sehr gut mit dieser Herangehensweise. Insbesondere die ersten Single-Auskopplung, das dahinrasende “Lay Down Your Soul" erinnert an die Anfangsjahre der Band und ihren Kult-Song "Black Metal". Der energische Mitsing-Refrain prädestiniert den Track als zukünftigen Live-Klassiker. Cronos sagt dazu dies: "Ich finde es wichtig, sich an Dinge von früher zu erinnern und sie in einen neuen Kontext zu setzen, der ihnen eine ganz neue Note verleiht. Die Fans werden total ausflippen," und da hat das Urgestein recht. In eine ähnliche Kerbe schlägt das feist-furiose "Death The Leveller" - genauso will der Die-Hard-Fan seine Helden doch hören! Nicht minder stark kommen das mit goilen Gitarrenleads und coolen Tempiwechsel garnierte "Live Loud" sowie der unheilvolle Rausschmeißer "Unholy Mother" um die Ecke. Etwas überraschend aber nichtsdestotrotz stark fällt hingegen das mit hymnischem Refrain, respektive Background-Chor daherkommende "As Above So Below" aus. Einzig die stampfenden, viel zu monotonen und direkt aufeinander folgenden(!) "Nevermore" und "Man & Beast" können das erstaunlich hohe Niveau der neuen Platte nicht halten.

Elf Treffer - hierunter vier absolute Knüller - bei dreizehn Songs sind aller Ehren wert!
Saitenzuper Rage bestätigt meinen Eindruck in der Presse-Info: "Ich bin so stolz auf dieses Album, es ist einfach umwerfend! Es fühlt sich so anders und doch so vertraut an. Der Sound ist deutlich besser geworden. Kein Song klingt wie der andere, aber alle passen perfekt zusammen!” Dante schnippt dazu bildlich mit den Fingern: "So schnell geht das, siebzehn Jahre! Das verdanken wir unserer Freundschaft und unserem gegenseitigen Respekt."
'Into Oblivion' dürfte den Briten einige neue Fans bescheren.

(Pit Schneider, Mai 2026)

Tracklist: 1. Into Oblivion 2. Lay Down Your Soul 3. Nevermore 4. Man & Beast 5. Death The Leveller 6. As Above So Below 7. Kicked Outta Hell 8. Legend 9. Live Loud 10. Metal Bloody Metal 11. Dogs Of War 12. Deathwitch 13. Unholy Mother