Das Album des Monats April 2026

Interpret, Titel: METAL CHURCH - Dead To Rights
Medium: CD
Stil: Traditional/Heavy/Power Metal
Erschienen: 10.04.2026
Label: Reaper Entertainment (Vertrieb: Warner Music)
Link: metalchurchofficial.com/   
Bewertung:
8,75 von 10

METAL CHURCH wurde vor 45 Jahren vom Gitarristen und einzig verbliebenen Ur-Mitglied Kurdt Vanderhoof in Seattle gegründet und zementierte ihren legendären Ruf einst mit dem genialen selbstbetitelten Debüt (1984) und dem superben Nachfolger 'The Dark' (1986). Beide haben schon lange Klassiker-Status inne und wurden eingesungen vom unübertroffenen charismatischen Schreihals David Wayne, der 2005 leider verstarb. Mit seinem würdigen Nachfolger Mike Howe schob man sogleich das fantastische 'Blessing In Disguise' (1989) nach und diese (erste) Howe-Phase fand mit der feinen 93er-Platte 'Hanging In The Balance' ihren vorläufigen Höhepunkt.
Danach war erst mal sechs Jahre Funkstille angesagt, zahlreiche Besetzungs-/Sänger-Wechsel folgten und weitere viel zu lange Pausen taten ihr übriges um die Band vom wohlverdienten und qualitativ naheliegenden Erfolg fernzuhalten... Zur erwähnten Anfangsphase dachte man in meinem Freundeskreis und der (damals noch sehr mauen) Heavy-Metal-Zeitschriften-Landschaft die 'Metal-Kirche' würde es Metallica gleichtun und durch die Decke gehen...

Zeitsprung: Nach dem bockstarken 'Damned If You Do' (2018) mit dem zurückgekehrten und von den Fans nach wie vor innig geliebten Mike Howe wurde METAL CHURCH ihrem eigenen Qualitätsanspruch nur noch phasenweise gerecht. Howe nahm sich Ende Juli 2021 das Leben und die Nachfolgewahl mit Mark Lopes (Ex-Ross The Boss, Ex-Let Us Prey), der das halbgare 'Congration Of Annihilation' einsang, erwies sich als unglücklich und unpassend zugleich.
Da ist die Gegenwart doch schon viel rosiger! Neben der vielleicht besten und bis dato zweifellos beeindruckendsten Band-Besetzung mit Kurdt Vanderhoof, Rick Van Zandt (beide Gitarre), Dave Ellefson (Ex-Megadeth) am Bass, Schlagzeuger-Ikone Ken Mary (Alice Copoper, House Of Lords, Fifth Angel, Flotsam & Jetsam) und Frontmann Brian Allen (Ex-Vicious Rumors) gibt´s zudem zehn Songs auf die Lauscher der Heavy-Metal-Gemeinde die es wahrlich ins sich haben! Diese wurden allesamt von Vanderhoof komponiert, der sich Anno 2026 von seiner allerbesten Seite zeigt und intensive scharfe Riffs wie seit den 80ern nicht mehr, unerbittliche Grooves, irrwitzige Tempiwechsel (Yeah!) und eine kompromisslose Härte, wohl kombiniert mit den klassischen Wurzeln serviert. Diese Zutaten münden schließlich im besten METAL CHURCH-Studioalbum seit vielen, vielen Jahren. Fönt euch nur mal das unten in der Tracklist verlinkte Eröffnungs-Trible rein und ihr wisst von was ich hier schreibe. Bei "F.A.F.O" meint man doch glatt David Wayne wäre auferstanden... So urwüchsig und fesselnd schreit sich hier der neue Sänger Brian Allen die Seele aus dem Leib... Hammer! Schon während seiner Zeit bei Vicious Rumors (mit denen er zwei superbe Alben einspielte) überzeugte der Vokalist vollends. Doch dass der Kerl so nahe an Wayne rankommt hätte ich nicht für möglich gehalten. Auch das mächtige und dennoch höchst abwechslungsreiche "Feel The Fire" lässt den Fan freudentaumelnd die Faust gen Horizont recken.
Nuff said! So geil und spielfreudig hat METAL CHURCH schon sehr lange nicht mehr geklungen. Das ehen auch die Fans so, was Position 13 (beste Platzierung ever) in den einheimischen Verkauf-Charts beweist.

'Deat To Rights' wurde von Zeuss in den legendären Planet-Z Studios gemischt und gemastert, was in einem zeitgemäßgen wuchtig-dynamischen Sound resultiert, der keine Wünsche offen lässt. Somit ist auch das letzte Puzzleteil vorhanden, um als beste Platte des Monats durch´s Ziel zu gehen.
Wer sich als Anhänger der Segmente Power Metal, Traditional Metal sieht und eine feiste Prise Thrash verträgt, muss dieses Werk im heimischen CD- oder LP-Regal stehen haben!

(Pit Schneider, April 2026)

Tracklist: 1. Brainwash Game 2. F.A.F.O 3. Dead To Rights 4. Deep Cover Shakedown 5. Feet To The Fire 6. The Show 7. Heaven Knows (Slip Away) 8. No Memory 9. Wasted Time 10. My Wrath 11. Yesterday Begins (Digipak Bonus-Track)