Interpret, Titel: CREATURES - II
Medium: CD
Stil: Traditional Heavy Metal
Erschienen: 14.11.2025
Label: High Roller Records
Link: facebook.com/creaturesheavymetal  
Bewertung:
8,5 von 10

Schande über mich! Da ging mir im November vergangenen Jahres doch glatt eine absolute Perle durch die Lappen! Anyway... CREATURES wurde Mitte 2019 in Curitiba, Brasilien gegründet und das Quartett hält (fast wie das berühmt-berüchtigte gallische Dorf mit Asterix & Obelix) die Fahne des traditionellen Heavy Metal hoch gen Horizont. Denn momentan wird fast überall in Brasilien die Szene vom Extreme Metal dominiert. Das erste audiophile Lebenszeichen waren einige via Iron Oxide Records veröffentlichte Singles, bevor 2021 das selbstbetitelte Debüt rauskam. Mit dem schlicht '2' genannten Nachfolger ist man in Europa nun bei High Roller Records gelandet. Hauptsongwriter der Südamerikanischen Hopefuls ist der hochversierte Gitarrist Mateus Cantaleano. Sänger Marc Brito, Nicke Nunes am Bass und Trommler Sidnei Dubiella vervolltändigen die Truppe. Desweiteren waren mit Caio Vidal (Keyboards) sowie Arthur Migotto (Background-Gesang) zwei Gastmusiker beteiligt.
Wie sieht Mastermind Cantaleano eigentlich den akutellen Longplayer?
"Musikalisch handelt es sich um eine Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal, jedoch mit einer etwas düsteren Grundstimmung. Das ist die Essenz der Band: dynamische Riffs in Kombination mit eingängigen Refrains und etwas dunkleren Melodien. In der Vergangenheit wurden CREATURES mit Dokken, Ratt und Judas Priest verglichen, womit ich gut leben kann, denn diese Bands – speziell Dokken und Judas Priest – spielen in meinem Leben eine große Rolle, und ihr Einfluss begleitet mich, wenn auch nur indirekt, zu jeder Zeit. Aber natürlich geht es dabei nur um die Inspiration, ich kopiere sie nicht. Im Vergleich zum Debütalbum ist 'II' "härtere, dunklere und erwachsenere Album. Beide Platten basieren auf denselben Zutaten: dynamische Nummern, harte Stücke, Powerballaden und viele Gesangsharmonien, dazu wilde Gitarrensolos. Der Song "Beware The Creatures" fasst all das am besten zusammen und während die erste Platte noch stark von mir geprägt war, war diesmal die ganze Band involviert", so der Saitenartist.
Diesen Aussagen kann ich zustimmen, außer das ich hier keinerlei Hard-Rock-Anleihen raushöre, das geht alles in die (melodische) Metal-Ecke. Allein das unten in der der Tracklist verlinkte Eröffnungs-Triple zieht dem Genre-Freund doch glatt die Boots von den Füßen, treibt ihm die Freudentränen in die Augen und katapultiert uns alle zusammen zurück in die glorreiche 1980er-Ära mit Acts wie Ozzy Osbourne, Ratt, Firehouse und ja - Dokken sowie Judas Priest. Insbesondere "Night Of The Ritual" ist ein echter Hit und dürfte ebenso wie das endgeile, bereits vom Gitarristen erwähnte "Beware The Creatures" (Holy Shit! Was für ein Eröffnungsriff!!) bei der Old-School-Fraktion für große Begeisterung sorgen. Auch der Rest des Songmaterials ist exzellent, lediglich die Produktion, bzw. der Mix hätte etwas mehr Wumms, Dynamik und Ausgewogenheit vertragen können. Aber das ist natürlich vor allem eine finanzielle Frage und kann mit Album Nummer drei besser gemacht werden.
Wäre die Band mit diesem Tonträger (inkl. einer Top-Produktion a la Michael Wagener) zur richtigen Zeit am richtigen Ort (L.A.) gewesen, wäre man kommerziell wohl durch die Decke geschossen und hätte damals Stadien gefüllt! Denn Frontmann Brito hat ne saugeile hochcharismatische Röhre, klingt wie ne gelungene Kreuzung von Rob Halford, Ozzy Osbourne & Stephen Pearcy, Cantaleano rifft und soliert sich ein ums andere Mal glatt ins Metal-Nirvana und die bereits genannten Rhythmusfraktion zockt punktgenau und dynamisch durch dieses glühend heiße Langeisen.
CREATURES muss man also zukünftig auf dem Schirm haben und wer weiß, vielleicht kommt die Band ja mal nach Deutschland geschippert um auf prädestinierten Festivals wie beispielsweise "Keep It True" oder "Headbangers Open-Air" abzuräumen?!
Well, Boyz´n Girlz, holt euch diese einen Höllenspaß verbreitende Platte als CD oder LP, reißt ne Kanne Bier auf beim hören und feiert unseren traditionellen Metal mit hochgereckten Horns!
Awesome!

(Pit Schneider, Februar 2026)

Tracklist: 01. Inferno (Intro) 02. Devil In Disguise 03. Night Of The Ritual 04. Beware The Creatures 05. Dreams 06. Queen Of Death 07. Pure Madness 08. Danger 09. Nothing Lasts Forever 10. Path Of The Night 11. Beware The Creatures (Extended Version; Bonus Track) 12. Perfect Illusion (Bonus Track)