SLAUGHTERRA, WARFIELD & REDGRIN

25.04.2015
Pirmasens, "Rockkneipe Schwemme"

Bandlinks:
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Großteils überzeugender Metal-Dreierpack in der "Schwemme"!

Am Samstagabend wurden den Zuschauern in der Pirmasenser Rockkneipe vom stampfendem Groove Metal über sogenannten Old School Thrash Metal bis hin zum typischen Death Metal drei Spielarten des Genres Heavy Metal präsentiert. RED GRIN, WARFIELD und SLAUGHTERRA hießen die Bands.

Den Anfang machte REDGRIN aus Kaiserslautern. Die vier Mann starke Gruppe präsentierte sich gut eingespielt, so dass ihr extrem groovender Sound von den Besuchern begierig aufgesaugt wurde. Zähflüssig wie Lavaströme, angereichert mit zündenden Gitarren-Leads und Riffs sowie genretypischem Gröhl-Gesang wurde den Fans in der gut besuchten "Schwemme" eine exzellente Vorstellung geboten. Alle Instrumentalisten überzeugten durch ihr exaktes Spiel und Songs wie "Rebellion", "Sperrfeuer" oder "Like You" sorgten für sehr gute Stimmung. REDGRIN heizte das Publikum also schon einmal vorbildlich an und man hätte sich mindestens noch einen weiteren Song als Zugabe gewünscht, doch nach 45 Minuten war Schicht im Schacht.

Als nächstes wurden alle Fans des Genres Thrash Metal bedient, denn die fünf blutjungen Burschen von WARFIELD aus Kindsbach bei Kaiserslautern enterten nun die Bühnenbretter. Dreizehn Songs hatte man sich zurechtgelegt, was einer Spielzeit von etwa einer Stunde entsprach. Auf der Setlist befanden sich natürlich auch die fünf überzeugenden Tracks, welche auf der aktuellen CD 'Call To War' verewigt wurden. Was einem die Band vorsetzte kann als lupenreiner Thrash Metal alter Schule bezeichnet werden und erinnerte stark an die Genre-Garde aus den 1980er Jahren, nämlich Exodus, Testament, Kreator oder Destruction. Insbesondere die Gitarrenarbeit stach hervor, denn das klang schon absolut professionell, exakt sowie spielfreudig und braucht sich auch vor so mancher Genregröße nicht zu verstecken. Sänger Johannes Clemens machte seine Sache jedenfalls klasse und ist genau so gestrickt wie es der Frontmann einer Thrashband sein sollte: Äußerst agil, ständig in Kontakt mit den Fans und gut bei genretypischer krächzender Stimme. Zudem hat er alle Posen der großen Frontmänner drauf.
Alles in allem entpuppte sich Warfield als heimlicher Headliner des Abends und begeisterte durch enorme Spielfreude und großen Enthusiasmus.

SLAUGHTERRA stellte ihre Anhänger dann auf eine harte Geduldsprobe. Einem viel zu langen Soundcheck, was man eigentlich nachmittags erledigt, folgten auch noch Probleme mit dem "n-ear-sound" des Schlagzeugers, der dann auf gewöhnlichen Monitorsound zurückgreifen musste. So war die gute Stimmung durch beide Vorgruppen auch schon fast verpufft als Slaughterra aus Landau für das obligatorische Intro noch mal von der Bühne ging und danach endlich mit ihrem Konzert begann. Außer dem Einstieg "Sempiternal Pain" bestand die Setlist aus den Songs der aktuellen selbstbetitelten CD der Truppe, die in einschlägigen Online-Magazinen beachtliche Kritiken erhielt. Stilistisch ist diese Band wohl am ehesten als eine Mixtur aus traditionellem Death Metal, Thrash der Marke Slayer zu 'Seasons In The Abyss'-Zeiten und einer Prise Metalcore zu beschreiben. Man hatte aus der Heimat ein Dutzend eingefleischter Fans mit nach Pirmasens gebracht, die vor der Bühne auch enorm Stimmung machten, aber Redgrin und Warfield“ hatten an diesem Abend für weitaus mehr Interesse unter den Besuchern gesorgt bzw. der Club hatte sich erheblich geleert wo zuvor noch einige Dutzend Leute anwesend waren. Viele Metal-Fans hatten sich in die Raucherbereiche der "Schwemme" abgesetzt, was wohl auch am etwas zu monotonen Songmaterial der Band lag. Das hatte Slaughterra zwar nicht verdient, aber den Nerv der Besucher traf man am Samstag wohl auch nur bedingt.

Bericht & Photos: Pit Schneider