LYKANA

25.07.2026
Stadtfest Zweibrücken, Rockbühne (Alte Feuerwache)

Festival-Link: facebook.com/profile.php?id=100083753081150
Band-Webseite: facebook.com/lykanafolkmetal

LYKANA legt eine tolle Show auf die Rockbühne.
Die Folk-Metal-Band LYKANA servierte am Samstagabend ein vor Spielfreude und Können triefendes Konzert auf der Rockbühne des Zweibrücker Stadtfests.


Zwar verloren sich zu Beginn des Auftritts um 18 Uhr lediglich rund hundert Leute im Bereich der Rockbühne vor der ehemaligen Feuerwache, doch erstens ließ sich das agile Quintett aus Waldfischbach-Burgalben davon nicht beeindrucken und zweitens verdoppelte sich diese Zahl bis zum Ende des Auftritts hin. Dies ist seit jeher der Fluch einer frühen Startzeit auf der legendären Rockbühne, denn die Hard´n Heavy-Fans strömen freitags und samstags seit jeher erst gegen 20 Uhr in Massen auf besagtes Areal.

Die fünf Musiker von LYKANA kommen also aus der Südwestpfalz, zelebrieren eigener Aussage zufolge Folk Metal mit deutschen Texten und einem deutlichen Hang zu alten Geschichten und Gestalten aus Sagen und Mythen.
"Vor zwei Jahren haben wir schon mal mit unserem Vorgänger-Projekt Stellarys hier gespielt. Damals war es noch Mittelalterrock, doch seit Ende 2024 bezeichnen wir unseren Stil als Folk-Metal", erläuterte Sänger und Gitarrist Jérôme José kurz vor Konzertbeginn in eloquent-sympathischer Manier Schweres-Metall.de.
"Im Prinzip spielen wir eine Mischung von Stilelementen bekannter Bands wie Subway-To-Sally und In Extremo, das Ganze aber in einem moderneren Gewand mit einer Prise Neue Deutsche Härte. Von den Texten her nehmen wir alles aus Mythen, Sagen und Legenden und versuchen die Hörer mit auf die Reise zu nehmen und schöne Geschichten zu erzählen und wir hoffen wir können die Leute gleich begeistern", führte er weiter aus.
Leider hatte die in Anlehnung an den Mythos des Werwolfs (Lykanthrop) benannte Gruppe lediglich eine Dreiviertelstunde Spielzeit, doch Frontmann Jérôme José (Gesang, Gitarre), Denny Hel (Gitarre), Magnus Drengrson (Dudelsack, Drehleier), Daniel Ravnsang am Bass und Schlagzeuger Max Fuß quetschten zehn Lieder, davon neun brandneue des Ende September erscheinenden Albums, in ihr Programm. Mit silbernen martialisch anmutenden Gesichtsmasken ausgestattet, standesgemäß in schwarz gekleidet und phasenweise Pyroeffekte abfeuernd folgte Underground-Hit auf Hit. Das heißt die die Musiker haben unbestreitbar ein gutes Händchen, um Stücke mit eingängigen Melodien und Refrains zu komponieren, sind in ihrem beschriebenen Outfit ein echter Hingucker und waren auf der Bühne vorbildlich agil. Nahezu alle Stücke sind direkt mitsingbar und nisten sich sozusagen umgehend im Hirn des Genre-Fans ein.
Als Glanzlichter des enorm Laune machenden und leider viel zu kurzen Konzerts kristallisierte sich unter anderem die aktuelle Single "Die Frau in Rot" heraus. Hierzu gibt es auch einen exzellenten Videoclip auf YouTube zu sehen. Besagtes Lied überzeugt mit superbem Refrain, emotionalem Gesang und dramatischen Orgelparts. Das mit eingespieltem Sopran-Gesang-Intro beginnende "Sukkubus" wurde von Jost als Liebeslied angekündigt und weist eine latente Subway-To-Sally-Affinität auf. Ebenfalls bemerkenswert ist das dahinrasend-aggressive "Jekyll & Hyde". Hier wechselte Drengrson vom Dudelsack zur Drehleier. Das einzige Lied älteren Datums war das stampfende und melancholische "Frankenstein", "Walhalla", ein hymnisches und annähernd sechsminütiges Epos auf die Götterwelt der Wikinger, markierte schließlich den Schlusspunkt eines umjubelten Auftritts.

Von dieser spannenden Band ist zweifellos noch einiges zu erwarten.
Das neue Album 'Symphonie der Schatten' wird am 25. September dieses Jahres in Eigenproduktion mit Unterstützung des Verlags Enorm Music veröffentlicht.
"Wir haben die Platte Großteiles im Studio von Daniel Keller in Homburg aufgenommen. Diverse Gesangsparts wurden teilweise im Berliner Chamäleon-Studio (Lords Of the Lost) eingesungen. So konnten wir die Erfahrung machen auch mal in einem großen Studio zu arbeiten. Anhänger von Bands wie In Extremo, Subway To Sally, Saltatio Mortis und Feuerschwanz bis hin zu Rammstein und Erdling sollten wir damit ansprechen können", erläuterte Jost unserem Magazin abschließend.

Bericht & Live-Photos: Pit Schneider