Interpret, Titel: RAM - Against
Medium: Download
Stil: Traditional Heavy Metal
Erschienen: 09.10.2026
Label: Metal Blade Records (Vertrieb: Open)
Link: www.ram-metal.com
Bewertung:
7 von 10

Das schwedische Quintett RAM hat sich 1999 in Göteborg gegründet, bereits einige famose Scheiben wie beispielsweise die glorreichen 'Lightbringer' (2009) sowie 'Subversum' (2015) auf die True-Metal-Gemeinde losgelassen und genießt im Underground zurecht ein enorm hohes Ansehen.
"Judas Priest haben es damals nicht gemacht, also müssen wir es nun tun ...", erläuterte Sänger Oscar Carlquist im aktuellen Interview mit einem großen deutschen Print-Magazin die einstige Aussage der britischen Institution ein neues Album in der Tradition von 'British Steel' veröffentlichten zu wollen, wobei schließlich 'Firepower' (2018) rauskam. Und exakt in Richtung "britischer Stahl" geht die stilistische Reise, sieben Jahre nach dem letzten Studioalbum 'The Throne Within'. Den (rudimentären und nicht mehr zeitgemäßen) Sound des besagten 1980er Meisterwerks hätte man sich jedoch nicht zum Vobild nehmen müssen, kam mir beim ersten Durchlauf von diesem siebten RAM-Album direkt in den Sinn. Insgesamt zu dumpf, zu wenige Mitten, zu wenig Dynamik/Wucht bei den Drums und der Leadgesang gehört zweifellos mehr in der Vordergund. Für die Produktion vereinte RAM sich wieder mit ihrem langjährigen Mitarbeiter Johan Reiven, der zuvor schon mit der Band gearbeitet hatte. Aufgenommen wurde im Studio Recordia im schwedischen Varberg. Laut Carlquist hat die Platte "eine Stange Geld kostete", was jedoch leider nicht hörbar ist.
Doch gucken wir jetzt mal auf die Lieder an sich. Der Start mit dem superben und flotten "Ghost Emporer" lässt den Traditions-Metal-Fan direkt die Faust gen Decke reißen. Der Stampfer "One vs. All" hält die hohe Qualität locker und "Abbatoir" ist dann gewissermaßen auch "Rapid Fire 2.0" geworden. Und das ist jetzt keineswegs böse gemeint, denn rein vom Songwriting her finde ich RAM noch immer seeehr geil und die Refrains des saustarken Eröffnnungstrios sind eingängig und prägnant zugleich. Auch fast alle restlichen Songs sind erste Sahne und werden bei Konzerten so manche Headbanger-Mähne in Dauerrotation versetzen. Einzig "Leaving" will mir nicht so recht reinläufen, da zu lahm, monoton und ziellos daherkommend.
Wäre also nicht dieser (galant ausgedrückt) bescheidene Sound auf dem Niveau einer durchschnittlichen Newcomer-Eigenproduktion hätte 'Against' eine Bewertung im Höchstbereich erhalten. So aber bleibt bei jedem erneuten anhören der folgende latente Gedanke: Da wäre doch viel mehr drin gewesen!

(Pit Schneider, Oktober 2026)

Tracklist: 1. Obsession (Intro) 2. Ghost Emperor 3. One vs. All 4. Abattoir 5. Out Of Control 6. Leaving 7. Against 8. Night Blade 9. Rising Again 10. 1984 11. The Final Hour