Interpret, Titel: GRETA VAN FLEET - From The Fires
Medium: EP/Maxi-CD
Stil: Classic Rock
Erschienen: 17.11.2017
Label: Republic (Vertrieb: Universal Music)
Link: gretavanfleet.com/
Bewertung:
8,5 von 10

Auf die Interview-Frage welche Bands LED ZEPPELIN-Sänger Robert Plant denn momentan gut finden würde, fiel als erstes der Name GRETA VAN FLEET. "Ich finde diese Band bemerkenswert gut..." sagte Plant. Und da er ansonsten keinen weiteren Act erwähnte muss ja wohl etwas dran sein an dieser Truppe!
Das blutjunge Quartett aus Frankenmuth/Michigan/USA ist momentan tatsächlich "der heißeste Scheiss" den die Vereinigten Staaten im Segment Classic Rock zu bieten haben. Der Bandname stammt von einer Bewohnerin von Frankenmuth namens Gretna Van Fleet, welche ihren leicht abgewandelten Namen der Band zur Verfügung stelle. Die Formation wurde 2012 von den Brüdern Joshua (Gesang), Jacob (Gitarre) und Samuel Kiszka (Bass) gegründet. Ein Jahr später ersetzte Danny Wagner den ersten Schlagzeuger Kyle Hauck.
Kommen wir zur Mucke bzw. fallen wir doch gleich ohne großes Vorgeplänkel mit der massiven Holztür ins Haus: Die vorliegende EP 'From The Fires' gehört zweifellos zum Besten was das eingangs erwähnte Genre in den letzten Monaten hervorbrachte. Obwohl Frontmann Joshua (seine Schreie sind der Hammer!) in der Tat sehr nach dem jungen Plant klingt, aber dennoch über eine beeindruckende Stimme verfügt - hört nur mal in "A Change Is Gonna Come" rein - und man glaubt so manches Lick oder Arrangement schon mal gehört zu haben, klingen die 8 Songs (inkl. 2 Cover-Versionen) dermaßen frisch, spielfreudig und enthusiastisch dass man kein Prophet sein muss um vorauszusagen das GRETA VAN FLEET mit ihrem ersten vollständigen Album durch die Decke gehen werden. Erreichte doch schon diese EP Position 36 der US-Billboard-Charts und Platz 23 in Kanada. Klammern wir die beiden erwähnten (sehr guten) Covers mal aus, so bleibt noch ein halbes Dutzend exzellenter Songs übrig von denen der Opener "Safari Song" und das fantastische "Highway Tune" am meisten Eindruck schinden und sich augenblicklich im Hirn festfressen. Natürlich ist das komplette Songmaterial schon sehr an die LED ZEP-Hochphase angelegt, doch wesentlich direkter gestrickt und bei weitem nicht so vertrackt und verfrickelt wie das Groß der legendären Kompositionen von Page & Plant. Das sieht man auch schon an der Länge der Tracks, die zwischen angenehmen drei und fünf Minuten liegen. Als weitere Einflüsse geben die vier Musiker Blues-Mucker wie Muddy Waters, Howlin’ Wolf, Buddy Guy oder Elmore James an. Doch auch Cream, Jefferson Airplane, The Doors (yeah!) gehören zu ihren Faves.
Nuff said, schnallt euch an und checkt direkt mal unten in der Tracklist "Highway Tune" an. Bei YouTube sind auch komplette Gigs zu finden welche dokumentieren wie verdammt gut GRETA VAN FLEET in ihren jungen Jahren schon ist.
Hammer!

(Pit Schneider, Mai 2018)

Tracklist:
1. Safari Song 3:56
3. Edge Of Darkness 4:28
3. Flower Power 5:13
4. A Change Is Gonna Come 3:17 (Sam Cooke Cover)
5. Highway Tune 3:01
6. Meet On The Ledge 3:50 (Fairport Convention Cover)
7. Talk On The Street 4:09
8. Black Smoke Rising 4:21