Die Eigenproduktion des Monats April

Interpret, Titel: BASEMENT PROPHECY - Basement Prophecy
Medium: Maxi-CD/EP
Stil: Traditional Heavy Metal/Melodic Power Metal
Erschienen: 09.04.2019
Label: Eigenproduktion u. Eigenvertrieb
Link: basement-prophecy.de
Bewertung:
8 von 10

Den Gitarristen Michael Müller kennt man von der im Jahr 2017 leider aufgelösten Metal-Cover-Band SRAINED aus dem Saarland, welche über eine Dekade lang ohne Wenn und Aber zu den besten ihres Fachs gehörte. Einen großen Anteil daran hatte natürlich auch deren ehemaliger Frontmann Frank Beck, welcher vor einigen Jahren den Sprung zu den großen GAMMA RAY an die Seite von Kai Hansen meisterte und nun bei den Hanseaten seine goldenen Stimmbänder strapaziert!
Müller hat auf dieser EP alle Instrumente selbst eingespielt und neben seinem alten Weggefährten Beck aktivierte er zudem Ex-CHINCHILLA Sänger Tommy Laasch, welcher einst solche Meilensteine wie 'Take No Prisoners' (2004) veredelte und dieses Werk somit zu einem Prunkstück deutscher Power-Metal-Kunst machte.

Stilistisch würde ich die 24 Minuten Mucke grundsätzlich in die Schublade Judas Priest und Blind Guardian stecken, was ja schon mal sehr gute Referenzen sind.
Der famose Opener "We Are The Children" wird von Beck gesungen und ist eine kleine Hymne geworden, welche sich direkt im Hirn des Old-School-Metallers festsetzt. "Poison Mind" beginnt mit dem viel zu lange schon nicht mehr gehörten charismatischen Organ von Laasch, der wahrlich nix verlernt hat und diesem Stampfer den letzten Kick gibt. Das flotte "More" mit Beck ist ein richtiger Ohrwurm, der live on stage sicherlich für einigen Wirbel sorgen wird. Hier reckt sich doch automatisch die Faust gen Walhalla und man grölt schon beim zweiten Mal den Killer-Refrain mit. Bei "Merciful Fate" ist wieder Laasch an der Reihe. Dieser Track ist zu Beginn im mittleren Tempo angesiedelt, bevor er los galoppiert und ebenfalls mit einer starken Hookline punktet. Das abschließende "Metal Wizards", ebenfalls mit Laasch an den Lead-Vocals, hat neben richtig guten Melodielinien und Gesang verdammt geile Gitarrenparts zu bieten und ich meine hier einige Reminiszenen an das aktuelle Langeisen von Rob Halford & Co. herauszuhören. Das Beck und Laasch zudem exzellente Backing Vocals eingesungen haben, sollte man ebenfalls nicht unter den Teppich kehren.
Hier jetzt einen Roman über das Song-Quinett zu schreiben hieße Wasser zum Brunnen zu tragen ... Nuff said ... Am besten ihr testet die Lieder mal rasch hier an!

Auf der Facebook-Seite des Projekts schrieb Müller unter anderem folgendes: "Metal ist halt mein Ding. So entstanden fünf Songs, welche wiedergeben, wie ich mir modernen Power Metal vorstelle."
Dem ist nichts hinzuzufügen, außer das der Mann zweifellos ein großes Songwriting-Talent besitzt, in dem sich naturgemäß einige seiner Vorbilder widerspiegeln. Gut so!

Fazit: Alle Songs sind richtig stark geworden und können rein kompositorisch sowie instrumental großteils erstaunlicher Weise aus dem Stand heraus mit der germanischen Genre-Speerspitze mithalten. Das einzige Manko an diesem feinen Stück Metal ist der etwas zu dumpfe Sound, sprich die Mitten und Höhen bleiben etwas auf der Strecke. Aber das kann man ja an der heimischen Anlage entsprechend nachregeln. Doch versteht mich bezüglich des Klangs jetzt nicht falsch: Für eine Eigenproduktion bzw. ein sogenanntes Home-Recording kling das Ganze schon sehr ordentlich. Ein richtig guter Endmix kostet halt richtig Kohle, die man sich wohl für den hoffentlich demnächst folgenden Longplayer aufgespart hat.

Also, boyz ´n Girlz, wer auf Kapellen wie die schon erwähnten Priest, Guardian, Gamma Ray, Chinchilla und alte Edguy steht, besorgt sich diese feine EP als Download oder CD im Pappschuber für läppische Sieben Euro auf der oben aufgeführten Webseite!
Auf was wartet ihr?

(Pit Schneider, April 2019)

Tracklist: 01. We Are The Children 02. Poison Mind 03. More 04. Merciful Fate 05. Metal Wizards