SICKING HIGH ROCK Open Air 2018
mit ROCK meets BRASS, 20000Ft. (Saxon Tribute Band) HAMMER KING, TARCHON FIST, GLORYFUL, CROWN OF GLORY & THE UNITY

23.06.2018
Weselberg, Vereinsgelände Musikverein Laetitia Weselberg e.V.

Festival-Link:
www.sicking-high-rock.de

Auch die dritte Auflage des SICKING HIGH ROCK Open Air kann als voller Erfolg gewertet werden.
Etwa 500 Heavy Metal Fans von nah und fern pilgerten zum für 666 Besucher ausgelegten Gelände des Musikvereins Laetitia Weselberg e.V. inklusive der imposanten feststehenden und überdachten Freiluftbühne. Die Genre-Formationen 20000Ft. (Saxon Tribute Band) aus Bad Kreuznach, HAMMER KING aus K-Town, TARCHON FIST aus Bologna, Italien, die Duisburger GLORYFUL, die Schweizer CROWN OF GLORY sowie der Headliner THE UNITY (Hamburg) überzeugten in dieser Reihenfolge allesamt durch sehr spielfreudige Auftritte.


20000Ft. mussten ihre Setlist etwas straffen, da die Band im Stau gestanden hat und dementsprechend etwas zu spät auf dem Festivalgelände eintraf.
Die Truppe zockte mit "Motorcycle Man", "To Hell Back Again", "And The Band Played On", "Wheels Of Steel", "Power And The Glory" "Strong Arm Of The Law", "Crusader", natürlich "20000Ft." einige der größten Saxon-Klassiker und zockte auch einige Coversongs wie Led Zeppelins"Rock´n Roll.
Da man sich auf der eigenen Website lediglich als Cover- und nicht als Tribute-Band bezeichnet und den Fokus keineswegs auf "verkrampftes Nachspielen jedes einzelnen Tones oder Kopieren der Bühnenshow" legt, will ich hier jetzt auch nicht ins Detail gehen. Lediglich das Frontmann Holger Reuter der Stimmlage von Biff Byford nicht mal nahekommt und die Musiker ruhig etwas mehr mehr aus sich herausgehen könnten sollte erwähnt werden.
Nichtsdestotrotz kam die Band gut an und ernetet weitaus mehr als nur Höflichkeitsapplaus.

Schon kurz vor diesem einstündigen Konzert von HAMMER KING aus dem benachbarten Kaiserslautern zog es eine Hundertschaft Fans press vor die Bühne um die hymnenhaften Refrains von epischen Liedern wie "Kingdom Of The Hammer King", "Last Hellrides", "King Is Rising", das stampfende "Kingbrother" lauthals und textsicher mitzusingen.
Das enthusiastisch agierende und nahezu perfekt eingespielte Quartett wurde nach allen Regeln der Kunst abgefeiert und kann als heimliche Headliner des Festivals angesehen werden. Da war auch der maximal extrovertierte und erzählfreudige Sänger und Gitarrist Titan Fox alias Patrick Fuchs phasenweise sprachlos und gab letztendlich den übergroße Hammer an die Fans mit der Bitte weiter diesen an den Merchandise-Stand zu tragen wo er Whiskey versprach...
Demenstsprechend "voll" war es dann auch kurze Zeit später an besageter Location... Ich weiß, das war jetzt ziemlich zweideutig ausgeddrückt...

Das Quintett TARCHON FIST machte seinem Ruf als Geheimtipp der internationelen Metal-Szene alle Ehre!
Mit Mirco "Ramon" Ramondo hat man einen ungemein stimmgewaltigen Sänger vorzweisen, der wie eine gelungene Mixtur zwischen Tobi Sammet (Avantasia, Edguy) und Bruce Dickinson (Iron Maiden klingt. Wenn das mal kein Kompliment ist! Zudem ist der kleine Mann ständig auf der Bühne unterwegs und hat sich alle Gesten der großen Frontmänner offensichtlich gut eingeprägt. Das machte richtig viel Spaß ihm uns einen Kollegen zuzuschauen.
Endgeile Songs wie "Victim Of The Nations", "It´s My World", "Metal Detector" oder "Eyes Of Wolf" brauchen sich vor Großtaten von wohlbekannten Genre-Bands wie Primal Fear oder Helloweenkeineswegs zu verstecken und brachten mächtig Stimmung aufs Gelände. Die Band zeigte sich insgesamt sehr spielfreudig und motiviert, sprich Luciano "Lvcio” Tattini (Gitarre), Sergio "Rix" Rizzo (Gitarre) sowie Marco "Wallace" Pazzini (Bass) wirbelten ständig am Bühnenrand umher, während Drummer Giacomo "Jack" Lauretani dynamisch den Takt vorgab.
Fazit: Ein klasse Auftritt der Burschen aus Bologna, der zeigte warum man für etliche Sommer Open Airs in Deutschland gebucht ist.

GLORYFUL gibt´s schon seit 2010 und die Gruppe hat bereits im Vorprogrammn von bekannten Acts wie Powerwolf, Vicious Rumors, Ordan Ogan, Paul di Anno, High Spirits & Helstar gespielt. Natürlich gab es auch einige Songs vom aktuellen Album 'End Of The Night' auf die Ohren und zweifellos klingt man nach wie vor wie ein räudiger Bastard aus der Kreuzung von Manowar & Majesty. Und das ist auch gut so! Jedenfalls kamen die Glorreichen gut an un bereiteten so den Boden für die Eidgenossen von CROWN OF GLORY.

CROWN OF GLORY stehen für kraftvollen hochmelodischen Metal der Marke Stratovarius bzw. den doch etwas progressivern Royal Hunt.
So zündete dann auch nicht jeder Song, denn um diese Band wirklich klasse zu finden braucht´s schon ein großes Faible für das Genre Prog-Metal und die waren beim diesjährigen SICKING HIGH ROCK wahrlich nicht in der Überzahl. Trotzdem lieferte das Sextett eine gute Live-Show und hat in Heinz Muther einen guten Sänger an Bord.

THE UNITY, die Formation um die beiden Gamma Ray-Recken Henjo Richter (Gitarre) und Michael Ehre (Drums) war völlig zu Recht als Headliner angekündigt.
Das große kreative Potential aller Musiker war zu jeder Minute des Gigs zu spüren. Kraftstrotzende Songs wie das schnelle und harte "Rise And Fall" oder das höllisch groovende "No More Lies" mit seinem dynamischen Gitarrenriff und der superben Hookline überzeugten auf ganzer Linie. Auch das stampfende "God Of Tempation", welches ein latentes Black Sabbath-Flair ausstrahlt muss als Highlight genannt werden.
Über allem schwebte Frontmann Giamba Menenta aus Italien, dessen charismatischer Stimme man sich kaum entziehen kann.
THE UNITY kombinierten Hardrock und Melodic Metal absolut gekonnt miteinander, ließen auch instrumental nix anbrennen und wurden ihrer Headliner-Rolle absolut gerecht.

Da das Band-Line-Up gefiel, das Wetter mitspielte, die Auswahl an Speis und Trank sowie die kostenlosen Campingmöglichkeiten die zahlreichen Fans mehr als zufrieden stellte, kann man Matthias "Luly" Waltz und seinem Team ein sehr gelungenes Event bescheinigen.
Die Planungen für das SICKING HIGH ROCK 2019 laufen schon jetzt auf Hochtouren...

Bericht & Photos: Pit Schneider, Yvonne Bernhard & Sandy Cutter