PURPLE HAZE (Classic Cover Rock)

02.04.2016
Pirmasens, "Rockkneipe Schwemme"

Band-Links:
purple-haze.info & PURPLE HAZE @ Facebook

Die Classic-Rock-Coverband PURPLE HAZE aus der Saar-/Pfalz-Region untermauerte beim Konzert am vergangenen Samstagabend in der Pirmasenser "Schwemme" ihren exzellenten Ruf als Top-Live-Act. Satte drei Stunden lang gab es für die zahlreich erschienenen Besucher der Rockkneipe eine absolute Vollbedienung in Sachen Genre-Hits.

Es gibt kaum bessere Einstiege in ein Rockkonzert als den Song "Rock´n Roll" der legendären Led Zeppelin. Dass sich PURPLE HAZE an ein solches Stück Musikgeschichte überhaupt heranwagen können, haben sie auch ihrem Frontmann Dirk Reichel zu verdanken, welcher innerhalb weniger Minuten klar machte, dass er zu den besten Rocksängern der Region zu zählen ist. Seine charismatische, leicht rauchige Stimme inklusive großer Reichweite erlaubt ihm fast alles zu interpretieren, was die Segmente Classic Rock und Hard Rock so her geben.
PURPLE HAZE hatten ihr umfangreiches Programm mit insgesamt dreißig Songs(!) in zwei Teile mit kurzer Pause dazwischen aufgesplittet. Auch die Reihenfolge der einzelnen Lieder in der Setlist - vor allem im ersten Abschnitt - wies eine stetige qualitative Steigerung auf, was auch an der Publikumsresonanz unschwer abzulesen war. Wurden "Out In The Fields" (Gary Moore), "The Boys Are Back In Town" (Thin Lizzy) und "Radar Love" von Golden Earing noch relativ brav beklatscht, so steigerte sich das Stimmungsbarometer der Zuschauer nun konstant. Spätestens bei den Superhits "You Give Love A Bad Name" (Bon Jovi) und "Here I Go Again" von Whitesnake brachen alle Dämme. Vor allem die zahlreich erschienenen weiblichen Rockfans sangen begeistert die einprägsamen Refrains dieser beiden Klassiker lauthals mit und tanzten ausgelassen im Takt der Musik. Der nachfolgende einstige Superhit "I Love Rock´n Roll" (Joan Jett) von 1981, in welchen PURPLE HAZE die wohlbekannten und einprägsamen Riffs von "Back In Black" (AC/DC) integrierten, wurde ebenso abgefeiert wie die tolle Version des Bill Idol-Knüllers "Rebel Yell".
Der aufmerksame Leser bemerkt schon jetzt, dass alle Anhänger der 1980er Jahre Rockmusik bei PURPLE HAZE voll auf ihre Kosten kamen. Dies unterstrichen weitere Kompositionen aus dieser Dekade wie beispielsweise die Hymne "We´re Not Gonna Take It" (Twisted Sister),"Poison" vom Schock-Rocker Alice Cooper oder den einstigen Nummer 1 Hit der US-Billboard-Charts "We Build This City" (Jefferson Starship).

Konzertabschnitt zwei wurde mit dem Jahrhundertsong "Holy Diver" des leider viel zu früh verstorbenen Gottsängers Ronnie James Dio eingeläutet, bevor "Breaking The Law" und "Turbo Lover" der britischen Truppe Judas Priest von der Bühne gefeuert wurden. Dies sind alles Songs, welche ein sehr gut eingespieltes Gitarrenduo bzw. talentierte Saitenzupfer erfordern. In dieser Hinsicht sind PURPLE HAZE ebenfalls vorzüglich aufgestellt, denn Olaf Ehrmantraut und Nico Kiefer bilden ein spielstarkes Team und geben sich sowohl bei den anspruchsvollen Soli als auch beim Riffing die Klinke in die Hand. Das Fundament des „Purple Haze“-Sounds bildet jedoch das überaus kraftvoll/dynamische Drumming von Schlagzeuger Marc-Oliver Mayer und das präzise Spiel von Bassist Andreas Baltes. An den Tasteninstrumenten stand Tobias Weißgerber routiniert seinen Mann. Sein Spiel war akzentuiert und wirkte nie überladen. Zudem waren Ehrmantraut, Kiefer und Weißgerber für den sogenannten Background-Gesang, sprich den Hintergrundgesang, zuständig und machten ihre Sache auch hier mehr als gut. Dies ist quasi das Sahnehäubchen auf dem Bandsound.
Natürlich bedarf es bei allem instrumentalen und gesanglichen Können auch einer gewissen Ausstrahlung und einer gehörigen Portion Spielfreude, um den berühmten Funken von der Bühne auf die Zuschauer überspringen zu lassen. Diese Aufgabe meisterten Reichel & Co. lässig. Der Sänger hatte die Rockmusik-Fans schnell im Griff, überzeugte mit sympathischen Ansagen und fand auch die richtigen Worte, um die Leute nach und nach press vor die Bühne zu lotsen. Insgesamt agierten alle Musiker spürbar motiviert, bzw. diese Band wollte bei ihrem Konzert-Debüt in Pirmasens rein gar nichts anbrennen lassen. Mission erfüllt, kann man da nur sagen.
Weitere Konzert-Highlights eines zwar langen aber dennoch kurzweiligen Abends waren die Iron Maiden-Hymne "Fear Of The Dark", bei dem fast die gesamte Kneipe mitgrölte, das kantige "Last Resort" der Amis Papa Roach und "Sad Man´s Tongue" von den immens populären dänischen Metal-Rock´n Rollern Volbeat.

Fazit: PURPLE HAZE rockte die "Schwemme" in vorbildlicher Manier und hinterließ nur glückliche Gesichter im Publikum. Es ist sicherlich unbestreitbar, dass diese Truppe im Metier Coverrock eine ganz fette Hausnummer darstellt.

Bericht & Photos: Pit Schneider