Hell´s Crusade
feat. OBSESSION, NEKKROMANIAC & SENSLES

21.09.2013
Pirmasens, "Rockkneipe Schwemme"

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Circa 100 Genre-Fans pilgerten am Samstagabend in die Pirmasenser "Rockkneipe Schwemme" um sich drei aufstrebende Bands der härteren Gangart anzusehen und wurden von zwei Gruppen absolut mitgerissen.

Als erste Band ging OBSESSON gegen 21 Uhr auf die Bühne. Die Musiker dieser Formation aus der Vorderpfalz sind allesamt noch sehr jung und von ihrer Bühnenpräsentation leider auch alles andere als routiniert. Insbesondere Sänger Marvin Menné muss noch gehörig an seiner Stimme und dem Auftreten im allgemeinen arbeiten. Koketiert man in der Bandinfo auf der Facebook-Seite mit den Begriffen Oldschool Thrash Metal und Bands wie SLAYER, KREATOR oder EXODUS als Vorbilder, so klingt die Gruppe in der Realität, sprich live, eher nach Modern Metal mit einem gehörigen Metalcore-Einschlag von Acts wie beispielsweise KILLSWITCH ENGAGE. Auch beim rein instrumentalen Aspekt müssen leider einige Abstriche gemacht werden, denn auch Drums und Gitarren spielten desöfteren aneinander vorbei, bzw. hatten offensichtlich ihr eigenes Tempo und es klang sehr holprig. Also, wieder ab in den Proberaum und üben.

Besonders gespannt waren die Fans auf die Lokalmatadore von NEKKROMANIAC, welche sich früher Dioxine nannten, denn schon 15 Minuten vor deren Gig war fast kein Durchkommen mehr direkt vor die Bühne. Knisternde Spannung lag in der Luft und man kann es schon vorweg nehmen: Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil, das Quintett um den überragenden Frontmann Eric Buchheit zelebrierte quasi eine mitreissende Mixtur aus Black Metal-Elementen und Thrash Metal. In Anbetracht dessen, dass nur eigene Songs vorgestellt wurden, darunter auch einige neue, kann man von einer absoluten Vollbedienung für den geneigten Genre-Freund sprechen. Insbesondere der keifende, brutale Gesang von Buchheit, sein Outfit und seine Gestik verdienen das Attribut professionell. Doch auch das sehr gut eingespielte Gitarrenduo Marc Hirschbach/Dennis Anstätt mit seinen präzisen Riffattacken verdiente sich eine Bestnote und das Rhythmusfundament stand felsenfest. Insbesondere sind es gute Intros, Abwechslungsreichtum, sowie spannende Breaks und Tempiwechsel welche die eigenen Songs auf eine Stufe hieven die eine sofortige CD-Aufnahme zweifellos rechtfertigen würde. Songs wie "Endless War", "Napalm Funeral", "Blood Angels Mass" oder das brandneue "Envenomed, Enraged" trafen zu 100 Prozent den Nerv der Hunderschaft Genre-Anhänger und in den ersten Reihen vor der Bühne ging es fast schon zu wie bei den großen Vorbildern KREATOR oder DESTRÖYER 666: Headbanger und Moshpits wohin man blickte. Das war ein klasse Gig!

SENSLES aus Neustadt/Weinstraße boten dann als letzte Band des Abends was man gemeinhin als Oldschool Thrash Metal kennt. Dass die ersten Alben von EXODUS und vor allem METALLICA großen Einfluß auf das Songwriting der Vorderpfälzer haben ist kaum zu leugnen. Stakkato-Gitarren-Riffing, hohes Tempo, dennoch Melodie und heiserer bis klarer Gesang, so läßt sich SENSLES beschreiben. Sänger und Gitarrist Jürgen "Hille" Hillenbrand hatte die Fans jedenfalls gut im Griff, an der Bühnenpräsentation der gesamten Band gab es nichts auszusetzen und die Songs kamen gut an.

Fazit: Ein zu zwei Drittel absolut gelungener Konzertabend unter dem angekündigten Motto "Hell´s Crusade".

Bericht: Pit Schneider
Photos: Marco Schneider (2x SENSLES); Pit Schneider (2x NEKKROMANIAC)