ECLIPSE, 20.04.2015

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Nachdem das Schweden-Quartett ECLIPSE im Jahr 2012 mit 'Bleed & Scream' ein absolutes Hammeralbum im Bereich Melodic Metal vorgelegt hatte und für reihenweise offene Münder sorgte, legt die Band nun mit 'Armageddonize' in angemessener Art und Weise nach. Das heißt auch die aktuelle Scheibe ist ein absoluter Knaller geworden und der Bandname momentan das Synomym für Melodic Metal at it´s very best! Ich unterhielt mich mit Sänger/Gitarrist/Mastermind Erik Mártensson, der mich auf den neuesten Stand in Sachen ECLIPSE brachte.

Schweres-Metall (SM): Hallo Erik, wie geht’s Dir u. wo hältst du dich gerade auf?
Erik: Hallo Pit, mir geht´s gut, danke. Momentan bin ich zu Hause in Stockholm nach unserer sehr erfolgreichen Tournee durch Schweden, Großbritannien und Spanien.

SM: Euer neues Album '' ist nicht nur für mich ein ganz großes Genre-Highlight des laufenden Jahres und wurde verdientermaßen auch zum Album des Monats Februar gewählt. Glückwunsch dazu!
Erik: Ich danke dir vielmals, das ist schön zu hören. Das Album hat viele gute Kritiken bekommen dass es fast schon unglaublich ist. Es ist absolut fantastisch und wir fühlen uns sehr geehrt.

SM: Bist du und die anderen Bandmitglieder rundum zufrieden mit dem Longplayer?
Erik: Absolut. Wir versuchen immer das bestmögliche Album zu erschaffen wenn wir daran arbeiten. Wir schrieben das Album sehr schnell. Von den ersten Songideen zum finalen Masterin durch die Plattenfirma vergingen noch nicht einmal drei Monate. Das ist sehr schnell für ECLIPSE-Verhältnisse. Hätten wir mehr Zeit gehabt würde das Album vielleicht etwas anders klingen, aber meiner Meinung nach auch nicht besser. Die gesamte Band ist sehr glücklich mit der neuen Scheibe.

SM: Wie ist das restliche Feedback der Rock/Metal-Presse und eurer Fans bislang ausgefallen?
Erik: Wie ich schon erwähnte absolut klasse. Ich habe bislang nicht eine schlechte Review gelesen. Und ich habe eine Menge davon gesehen. Die Fans sind fast ausgerastet wegen dem Album. Wir haben großartige Fans die geradezu begierig nach neuen Songs von uns sind. Uns ist es ein großes Vergnügen die Songs für sie live zu spielen. Wir spielen ca. 8 Songs von der neuen Scheibe in unserem aktuellen Live-Set und die Fans singen diese mit als wäre es ihr letzter Tag auf Erden.

SM: Wie muss man sich den Songwriting-Prozess bei ECLIPSE vorstellen?
Erik: Das Songwriting ist an sich immer gleich. Magnus (Henriksson; Gitarre) und ich treffen uns morgens im Studio, trinken Kaffee, fangen dann an Gitarre zu spielen und arbeiten diverse Ideen aus. Wenn wir dann etwas gut finden arbeiten wir weiter daran. Alles was man braucht ist ein ein kleiner Funke der die Kreativität entzündet und wir bauen dann von dieser kleinen Idee alles auf bis wir die komplette Songstruktur und Melodien haben. Es ist immer gut wenn man ein kleines Demo des jeweiligen Songs aufnimmt und das Ganze ca. 1 Stunde auf sich wirken läßt. Ist es dann immer noch gute arbeiten wir weiter daran, stellt es sich als doch nicht so toll heraus werfen wir es weg und arbeiten an einem anderen Song weiter. Wir vergeuden unsere Zeit nicht mit schlechten Songs.

SM: Was ist euer Geheimnis jeden Song mit solch grandiosen Melodien/Refrains auszustatten?
Erik: Wir versuchen immer jeden Teil eines Songs interessant zu machen. Das Riff sollte gut sein, die Strophen, der Refrain, die Soli, einfach alles, etc. Jeder Teil des Liedes sollte Sinn machen, ansonsten vergeuden wir die Zeit des Hörers. Aber was letztendlich als gut oder schlecht empfunden wird ist immer abhängig vom persönlichen Geschmack und wir komponieren nun mal Songs die wir selbst mögen und hoffen das unserer Fans genauso denken. Das ist das Schöne an der Musik und der Grund warum es so viele verschiedenen Genres, Stimmen, Sounds usw. gibt. Während eine Person eine bestimmte Stimme liebt ist es möglich das eine andere Person diese hasst.

SM: Ich habe gelesen das du das neue Album wieder selbst produziert und gemixt hast. Wie schwierig ist eine solche Doppelbelastung eigentlich?
Erik: Es ist eine Menge Arbeit. Mehr als sich die meisten wohl vorstellen können. Aber es ist eine Fertigkeit die du lernst und du wirst mit der Zeit immer besser, wie bei einer Handswerkskunst. Wenn du ein Zimmermann bist wirst du ja auch immer besser je mehr du anfertigst. Das gleiche ist es mit dem Mixing und der Produktion von Alben.

SM: Meine Lieblingssong sind "Blood Enemies", "Love Bites" and "The Storm". Was sind deine Faves und warum?
Erik: Das ist eine gute Wahl. Ehrlich gesagt mag ich alle Songs. Es war keine leichte Aufgabe Singles vom neuen Album auszuwählen. Es war mehr so als würde man die Augen schließen und mit dem Finger auf die Songliste der Scheibe tippen. Aber ganz besonders mag ich "The Storm", "Blood Enemies" und "Live Like I´m Dying". Aber wie ich schon sagte, ich mag grundsätzlich alle Songs, sonst wären sie ja nicht auf dem Album :-)

SM: Du bist ein sehr beschäftigter Musiker. Welche deiner Bands genießt Priorität, ECLIPSE oder WET?
Erik: ECLIPSE ist natürlich meine Hauptband, so wie Jeff Scott Soto SOTO hat und Robert Säll WORK OF ART. Aber wenn wir Zeit zwischen unseren eigenen Bands haben lieben wir es zusammen als WET zu arbeiten. Unsere Hauptbands haben natürlich immer Vorrang.

SM: Ist eine Tournee geplant, oder wenigstens einige Konzerte, um 'Armageddonize' zu promoten?
Erik: Ja! Wir sind momentan dabei eine Tournee für den späten September zu buchen. Ich denke die Sache ist eigentlich schon in trockenen Tüchern aber noch nicht offiziell bestätigt. Ich kann dir jetzt auch noch keine Städte oder exakten Termine nennen, aber es wird erstmals eine angemessene Zentral-Europa-Tour von uns geben. Ich kann es kaum abwarten endlich zu euch nach Deutschland zu kommen und live zu spielen. Wir wollen natürlich eine Menge deutsches Bier trinken um den Energie-Pegel hochzuhalten!

SM: Was sind deine nächsten Ziele mit ECLIPSE und was waren die bisherigen Karriere-Highlights?
Erik: Der Höhepunkt ist natürlich immer live zu spielen und all die Fans zu treffen bzw. zu erleben was unsere Songs für die Leute bedeuten. Ein Papier mit deinen Verkaufszahlen zu sehen ist toll, aber jedes Album wird natürlich von einer realen Person gekauft. Im laufenden Jahr ist unser Hauptaugenmerk mit ECLIPSE live aufzutreten. An neuen Songs werden wir dann wohl erst Ende des Jahres arbeiten. Zudem bin ich in meinem Studio voll ausgebucht mit interessanten Projekten und Alben. Es wird also wieder ein Jahr werden das komplett mit Musik ausgefüllt ist.

SM: Wie etabliert sind ECLIPSE in Schweden und in welche Länder würdest du als eure wichtigsten Märkte anführen?
Erik: Wir sind mittelgroß in Schweden und anderen Ländern. Sehr bekannt in unserem Genre aber wir kämpfen darum die Main-Stream-Hörerschaft zu erreichen. Ich hoffe das intensives touren und die Veröffentlichung von tollen Albn uns dabei hilft unseren Status zu vergrößern. Aber wir haben natürlich schon eine beträchtliche Anhängerschaft in Schweden, Großbritannien und Spanien. Diese Länder immer wieder zu betouren ist natürlich auch ein Schlüssel zum Erfolg…

SM: Von welchen Musikern/Bands fühlst du dich beeindruckt/beeinflußt?
Erik: Von all den klassischen Hardrockbands wie WHITESNAKE, WASP, KISS, EUROPE etc. Aber wir in der Band hören uns auch moderne Rockmusik an und versuchen das unsere Alben frisch klingen, da wir keinerlei Interesse daran haben wir eine Tributeband aus der Vergangenheit zu klingen. Wir versuchen also einen Fuß in der Vergangenheit und einen in der Gegenwart zu haben.

SM: Erik, danke für dieses Interview. Die letzten Worte gehören Dir...
Erik: Danke für das Anhören unserer Musik. Wir können es kaum noch abwarten nach Deutschland zu kommen und nach dem Sommer bei euch zu spielen. Prost!

Interview: Pit Schneider
Fotos: Frontiers Records/Band